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OÖ WASSER Nachrichten

 

15.12.06 00:00

Brunnenregenerierung

Allgemeines

Je nach Material des Bohrbrunnenausbaues, Art der Bohrlochherstellung und der Grundwasserbeschaffenheit (Stoffe im Wasser) kommt es bei fast jedem Bohrbrunnen im laufe der Zeit zu einer Ermüdung durch Ablagerungen und Verstopfungen, die zu einer Leistungssenkung des Brunnen führen können.

Der Grund für eine schnelle "Alterung" des Brunnens kann aber auch in der Betriebsweise liegen. Durch zu hohe Förderleistungen werden häufig Schwebstoffe und Sand zum Brunnen herangezogen, welche für Verstopfungen und Ablagerungen führen können. Auch die Folgen eines ungeeigneten Kiesfilters um den Brunnen, der bei der Herstellung eingebracht wurde, kann dem Brunnen schaden.

Manchmal wird vom Brunnenbauer (meist aus Zeitgründen) auch das Entsandungspumpen falsch oder zu kurz angewendet. Dabei verbleibt Sand in den Filterkiesporen, der sich durch ausreichendes Entsandungspumpen entfernen hätte lassen.

 

Diagramm: Bohrbrunnen mit und ohne Regenerierung

 

 

Durch eine Regenerierung (Reinigung, Entfernung von Ablagerungen und Verstopfungen,...) kann die Lebensdauer und Leistung eines Bohrbrunnens entscheidend verlängert werden.

 

Entscheidungskriterien

 

Ausgangsbasis für die Entscheidung zur Regenerierung sind Kamerabefahrung und Pumpversuch.

Damit Entwicklungen beobachtet werden können und der Zeitpunkt für eine Regenerierung nicht übersehen wird, sollten in regelmäßigen Abständen diese Kontrollen durchgeführt werden (alle 5 Jahre). Mit zunehmendem Alter des Brunnens sinkt die Leistung rapide ab (siehe Diagramm. Mit einer Regenerierung kann in den meisten Fällen aber nicht mehr die Ausgangsleistung des Brunnens (100%) sondern in guten Fällen wieder auf max. 90-95% gesteigert werden. Ein günstiger Zeitpunkt (wirtschaftlich und betrieblich) ist, wenn die Brunnenleistung auf 80% der Förderleistung abgesunken ist.

 

Wichtig ist, dass der Brunnen nicht beschädigt ist z.B.: durch Schäden an den Filterrohren. Dann ist eine Regenerierung problematisch und könnte zu weiteren Schäden führen. Hier muss in den meisten Fällen eine Sanierung erfolgen.

 

 

Verfahren

 

Möglichkeiten der Regenerierung:

 

z.B.:

- mechanische Reinigung durch Bürsten (ist noch keine Regenerierung)

- mechanische Reinigung und Regenerierung durch Packerscheiben

- mechanische Reinigung und Regenerierung durch Hochdruckwasserstrahl

- mechanische Regenerierung durch lokale, kleine Sprengungen

- chemische Reinigung und Regenerierung durch starke Säuren

-...

 

Je nach Material des Brunnenausbaues (in Kunststoff, Guss, Niro,...) können nur bestimmte Verfahren zur Anwendung kommen.

Mechanische Verfahren sind chemischen vorzuziehen, da bei unsachgemäßem Einsatz von Chemikalien das Grundwasser verunreinigt werden kann. Die Verfahren unterscheiden sich auch in der Wirktiefe. Bürsten beseitigen nur oberflächliche Ablagerungen; Hochdruckwasserstrahlen und chemische Verfahren können bis in den anstehenden Boden wirken.

Nicht alle Rgenerierungsfirmen haben die Ausrüstung für mehrere Verfahren, sondern haben sich auf bestimmte Verfahren spezialisiert.

 

OÖ WASSER Tipp

 

OÖ WASSER empfielt vor der Entscheidung über eine Brunnenregenerierung mehrere Meinungen von Experten einzuholen und auf jeden Fall eine Kamerabefahrung durchführen zu lassen.

Eine erfolgreiche Brunnenregenerierung kostet (viel) Geld. Nicht die Sparvariante wählen (meist nur Reinigung); die Wirkung ist meist nur sehr kurz.

 



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