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OÖ WASSER Nachrichten

 

26.07.14 00:00

Betriebssicherheit durch kontinuierliche Überwachung

 

Pilotprojekt

OÖ WASSER startet mit dem Siedlungswasserbauinstitut der Universität für Bodenkultur Wien ein Pilotprojekt zur Entwicklung einer kostengünstigen Qualitätssicherung bei Quellen. Es soll eine mobile Messeinrichtung gefertigt werden. Interessierte können sich OÖ WASSER melden.


Betriebssicherheit durch kontinuierliche Überwachung von Quellen

DI Ernest Mayr, BOKU - Universität für Bodenkultur Wien


In Österreich werden ca. 50% der zentral versorgten Einwohner mit Quellwasser aus ca. 2.600 Quellfassungen versorgt (ÖVGW, 2013). Die einwandfreie Wasserqualität wird mittels Untersuchungen lt. Trinkwasserverordnung nachgewiesen. In der Regel werden bei den einzelnen Quellfassungen zusätzlich die Quellschüttung und ausgewählte Qualitätsparameter monatlich erfasst. Mit diesen Daten kann jedoch meist keine unmittelbare Aussage zur Entwicklung und Varianz von Quantität und Qualität von Quellschüttungen festgestellt werden. Insbesondere fehlt meist eine kontinuierliche Datenerfassung – als relevante Grundlage - im Hinblick auf die Beurteilung eines Zusammenhangs mit unterschiedlichen meteorologischen Ereignissen.

In Kooperation mit OÖ WASSER wurde bei einer Quellfassung eine kontinuierliche Überwachung zur Erfassung von Veränderungen der Trinkwassereigenschaften aufgrund hydrologischer Ereignisse durchgeführt.

Die Quellfassung wurde dabei mit einer kontinuierlichen Erfassung von Schüttung (in l/s mittels Messwehr und Wasserstand), Wassertemperatur (in °C), elektrische Leitfähigkeit (µS/cm), Trübung (FTU), spektralem Absorptionskoeffizient (SAK254) (Abs/m), gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC mg/l) und Transmission (%) mittels 10-Minuten bzw. Stundenwerten überwacht. Zusätzlich wurde zur Erfassung von unmittelbaren Niederschlagsereignissen im Fassungsgebiet eine Niederschlagsmessung zur Erfassung von Zeit und Niederschlagsmenge eingesetzt. Im Rahmen dieser Überwachung wurde zusätzlich die Anwendung der eingesetzten Messinstrumente an Extremstandorten (z.B. kein Stromanschluss) evaluiert.
Für den Wasserversorger können durch die Anwendung einer, über eine gewisse Zeit durchgeführten, kontinuierlichen Quellüberwachung folgende Vorteile für die Einschätzung besonderer Betriebssituationen entstehen:

 

  • Kenntnis der (zeitlich begrenzten) Beeinflussung der Trinkwassereigenschaften bei einem hydrologischen Ereignis (z.B. Starkregenereignis, Trockenperioden, Starkregen nach Tro-ckenperiode, Schneeschmelze)
  • Ausmaß und zeitliche Ausdehnung der möglichen Beeinflussung der Trinkwassereigenschaften mittels möglichst aussagekräftiger physikalisch-chemischer Parameter (mögliche mikrobiologische Beeinflussung sollte bei bestimmten Beeinflussungen zusätzlich im Einzelnen untersucht werden)
  • Ermittlung von einfach zu erfassenden Ersatzparametern (z.B. elektrische Leitfähigkeit) zur Erfassung hydrologischer Ereignisse und Schaffung von Ausleitungs- und Einspeisekriterien – nach vorheriger Bewertung mittels umfassender kontinuierlicher Überwachung
  • Risikominimierung potentieller mikrobiologischer Eintragungspfade

 

Durch die Anwendung von Messinstrumenten mit geringer Stromaufnahme in Kombination mit Akkusystemen konnten auch an Extremstandorten eine Überwachung über mehrere Wochen durchgeführt werden.

 

 Auslesen der Messinstrumente


Niederschlagsmessung

 

 



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