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OÖ WASSER Nachrichten

 

05.05.14 00:00

Aktuelle Information zu Pestizidverbot in Grundwasserschongebieten, aber nicht bei den Tiefenwasserschongebiten

Die aktuelle Aussage aus dem Lebensministerium (BMLFUW):

Im Pflanzenschutzmittelregister sind neben den allgemeinen Angaben zur Zulassung u.a. detaillierte Anwendungsbestimmungen, Auflagen und Hinweise angeführt. Für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Terbuthyalzin und Metazachlor wurde dementsprechend die Auflage „Keine Anwendung in Wasserschutz- und Schongebieten“ festgelegt.

 

Auf Grund des § 34 Abs. 2 und des § 37 Wasserrechtsgesetz 1959 (WRG 1959 i.d.g.F.) wurde

  • mit Verordnung des Landeshautpmannes von Oberösterreich, LGBl. Nr. 15/2001, zum Schutz der bestehenden Heilquellen Bad Schallerbach TH 1 und TH 2 der Schwefelbad Schallerbach Ges.m.b.H. in Bad Schallerbach, in mehreren Gemeinden ein Grundwasserschongebiet bestimmt.
  • mit Verordnung des Landeshautpmannes von Oberösterreich, LGBl. Nr. 65/2003, zum Schutz der Thermalwassernutzung Gallspach und zur Sicherung des Thermalwasserbedarfs der Institut Zeileis GesmbH und Co KG wird in mehreren Gemeinden ein Grundwasserschongebiet bestimmt.

 

Schongebietsanordnungen sind grundsätzlich nur in jenem Ausmaß zu treffen, in dem sie zum Schutz der Wasserversorgung bzw. von Heilquellen und Heilmooren gegen Verunreinigung oder gegen eine Beeinträchtigung ihrer Ergiebigkeit tauglich bzw. erforderlich sind.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht besteht keine Notwendigkeit, auch in Schongebieten zum Schutz von Heilquellen und Heilmooren bzw. Thermalwässern ein Anwendungsverbot für Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Terbuthyalzin und Metazachlor festzulegen, zumal diese Wasservorkommen in der Regel auch in viel tieferen Schichten (Grundwasserstockwerken) auftreten.

 

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass das Anwendungsverbot für die beiden Wirkstoffe zwar auf Schutz- und Schongebiete gem. § 34 WRG 1959 zum Schutz von Wasserversorgungsanlagen, nicht aber auf jene gem. § 37 WRG 1959 zum Schutz von Heilquellen und Heilmooren zu beziehen ist. Demnach entfaltet das Anwendungsverbot für die beiden oben genannten Schongebiete in Oberösterreich zum Schutz von bestehenden Heilquellen bzw. Thermalwasser keine Wirkung.
 



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