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OÖ WASSER Nachrichten

 

03.06.13 00:00

EMPFOHLENE MAßNAHMEN FÜR GENOSSENSCHAFTLICHE
WASSERVERSORGUNGSANLAGEN BEI AUSWIRKUNGEN VON
STARKNIEDERSCHLÄGEN


Durch die ausgiebigen Regenfälle und die katastrophalen Überschwemmungen können auch Trinkwasserspender wie Brunnen und Quellen in ihrer Qualität nachteilig beeinträchtigt sein.
Die Hauptrisken bestehen durch mikrobiologische Belastung beim Eindringen von Oberflächenwasser in die Wasserversorgungsanlage. Merkmale sind Trübungen, Gerüche, Temperaturanstieg des Wassers, starke Schüttungszunahmen bzw. starke Wasserspiegelanstiege.


Rechtliche Verantwortlichkeiten des Obmannes/Geschäftsführers:


Im Sinne der Trinkwasserverordnung (TWV i.d.g.F.) obliegen

  • die Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Erlangung der Trinkwasserqualität,
  • die Überprüfung der Trinkwasserqualität und
  • die Instandhaltung und -setzung einer Trinkwasserversorgungsanlage

dem Betreiber der Wasserversorgungsanlage. Dies beinhaltet auch die rechtzeitige und nachweisliche Information aller Personen im Versorgungsgebiet über die Wasserqualität und erforderliche Nutzungseinschränkungen. Vorsichtsmassnahme.doc [20 KB]


Über die Gruppen-Haftpflichtversicherung, die optional bei OÖ WASSER abgeschlossen werden kann, sind Schäden an Dritten, die auf Grund von Gebrechen an der Wasserversorgungsanlage entstehen, abgedeckt. Weiters besteht ein Rechtschutz gegenüber Forderungen an die Wassergenossenschaft und eine Abdeckung möglicher Ansprüche. Sie sind daher haftungsmäßig über unsere Haftpflichtversicherung, wenn Sie nicht vorsätzlich handeln, geschützt.


Für die Wasserversorgung ergeben sich derzeit folgende Notwendigkeiten:


Nicht für Trinkwasserzwecke geeignet ist:

  • Wasser aus Wasserspendern, die offensichtlich überschwemmt wurden,
  • Wasser, das Trübungen, Geschmacks- oder Geruchsveränderungen aufweist,
  • Wasser, in das offensichtlich mikrobiologische oder chemische Verunreinigungen gelangt sind.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Wasser, das zwar derzeit optisch und vom Geruch her noch einwandfreien Anschein erweckt, bei dem aber im Einzugsbereich des Wasserspenders umfangreiche Überschwemmungen stattgefunden haben,
  • Wasser aus Wasserspendern, die gegenüber ihrer üblichen Schüttung derzeit deutlich mehr Wasser liefern oder bei denen sich die Temperatur stark verändert hat, da hierbei davon ausgegangen werden kann, dass das Wasser durch Oberflächenwasser beeinflusst wird.
     

Empfehlung für das weitere Vorgehen:


Während der Zeit der Überschwemmungen:

  • Im Zweifelsfalle darf das Wasser nicht verwendet (Trinken, Kochen, Geschirr waschen) werden und muss für Trinkzwecke auf Mineralwässer und andere Getränke ausgewichen werden.
  • Besondere Vorsicht ist geboten bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung, da auch bei optisch unauffälligem Wasser nicht auszuschließen ist, dass es zu Verunreinigungen durch Auswaschungen aus dem Boden (z.B. Nitrat) gekommen ist.
  • Die Brauchbarmachung durch Abkochen (mindestens 3-minütiges Halten der Siedetemperatur) von möglicherweise bakteriologisch verunreinigten Wassers erscheint nur dann sinnvoll, wenn keine Trübungen vorhanden sind und mit entsprechend hoher Sicherheit nicht mit chemischen Verunreinigungen zu rechnen ist.
  • Im Problemfall sollte das Wasser nur mehr für Waschzwecke (Wäsche, Hände) verwendet werden.
     

Nach dem Zurückgehen der Überschwemmungen:

  1. Wiederinstandsetzung der Brunnen- und Wasserversorgungsanlage:
    Reinigung der Wasserversorgungsanlage (Entfernung der Ablagerungen, des Schlammes, Auspumpen, Reinigung von Brunnen, Quellsammelschächten und Behälterwandungen, Behebung von baulichen Schäden, Spülen des Rohrleitungsnetzes und nötigenfalls Desinfektion)
  2. Beruhigung und Einstellen der üblichen Grundwasserverhältnisse:
    Nach der derzeitigen Einschätzung der Lage wird es Wochen bis Monate dauern, bis die regulären Grundwasserverhältnisse wieder hergestellt sind. In dieser Zeit ist abschätzbar, dass zwar der optische Eindruck des Wassers in den Trinkwasserspendern (Brunnen, Quellen) bereits wieder ordentlich ist, allerdings durch großflächige Grundwasserbeeinträchtigungen die einwandfreie Trinkwasserqualität noch nicht erreicht ist. In dieser Zeit sind Kontrolluntersuchungen der Wasserqualität durchzuführen.
    Es ist abschätzbar, dass übergreifende Untersuchungen und Beurteilungen der
    verschiedenen Grundwasserkörper durch öffentliche Institutionen erfolgen.

 

Kontrollproben zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität sind je nach Kapazitäten bei den Instituten anzufragen. Infoblatt_Trinkwasseruntersuchungsinstitute_/Stand.pdf [44 KB]

 

Für eine Beratung zur weiteren Vorgangsweise in Ihrer Genossenschaft stehen wir gerne zur Verfügung: Tel.Nr. 0732 7720 14030.

 

Infoblatt_mikrobiologische_Verunreinigung_des_TW.pdf [81 KB]



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