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OÖ WASSER Nachrichten

 

29.06.09 00:00

Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer-Veranlagung

In Österreich gilt ein Normalsteuersatz von 20 % auf die meisten Waren und Dienstleistungen. Bei Wasser und Abwasser gelten ermäßigte Steuersätze von 10 %.
Wassergenossenschaften gelten als Unternehmen hinsichtlich Steuerrecht. Bei Umsätzen von über 30.000 Euro pro Jahr muss eine steuerliche Veranlagung samt Abfuhr von Steuern auf Einnahmen und Rückvergütung von Steuern auf die Ausgaben erfolgen. Wassergenossenschaften bis 30.000 Euro gelten als Kleinunternehmen und müssen sich steuerlich nicht veranlagen lassen.
Gerade in Bau- und Sanierungsphasen kann jedoch eine steuerliche Veranlagung finanziell von Vorteil sein und ist es möglich auch als Kleinunternehmen, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten (Verzicht auf die Ausnahme von der Steuerpflicht sgnt. "Option").
Die Veranlagung muss zumindest für 5 Jahre erfolgen und läuft jeweils von 1.1. bis 31.12.. In dieser Zeit können die 20 % Mehrwertsteuern auf Ausgaben (Wareneinkäufe, Dienstleistungen, Verrechnungen z.B.: mit Gemeinden,...) rückgefordert werden. Gleichzeitig muss eine Erstattung der 10 % Mehrwertsteuer auf die Einnahmen (Anschlussgebühren, Benützungsgebühren, Grundgebühren, Wasserzinse, Zählermieten, Baukostenbeiträge, Ergänzungsgebühren,...) erfolgen. Förderungen, Mitgliedsbeiträge oder Beitrittsgebühren (keine Anschlussgebühren) sind steuerfrei.

ACHTUNG: Wenn Bauwerke errichtet werden, ist eine 1/5 Regelung zu beachten. Wird erst im 2. oder 3. Jahr der Veranlagung ein Bauwerk errichtet, so beginnt die 5-Jährige Bindefrist von vorne (bzw. sind Rückzahlungen im Ausmaß der Differenz auf 5 Jahre an das Finanzamt zu tätigen

Beispiel: Veranlagungsbeginn 1.1.2005 - Hochbehälterbau oder Kläranlagenbau 2007 - bei Veranlagungsende mit 31.12.2009 sind 2/5 der Vorsteuer auf die Bauwerke zurückzuzahlen (bei Veranlagungsende 2011 ist das Bauwerk bereits abgeschrieben und es sind keine Rückzahlungen erforderlich)

 
Wassergenossenschaften welche im Mitgliederbereich fachkundige haben, der sich mit der Abwicklung der Umsatzsteuer auskennen (Selbständige, Buchhalter,...), ist dies eine relativ einfache Angelegenheit.
Wenn keine Profis verfügbar sind, gibt die OÖ WASSER-Infobroschüre "Umsatzsteuer bei Wassergenossenschaften" Hilfestellung. Jedoch bedienen sich Wassergenossenschaften häufig in den ersten Jahren eines Steuerberaters, nach dessen Vorgaben die weiteren Jahre selbst erledigt werden können.
Nach 5 Jahren empfiehlt sich der Ausstieg (= wieder Anspruchnahme der Kleinunternehmerregelung), da meist in den weiteren Jahre eher an das Finanzamt bezahlt wird als umgekehrt.
Achtung: Der Ausstieg ist jeweils bis spätestens 31. Jänner im 6. Jahr dem Finanzamt bekanntzugeben unter Beachtung der 5-Jährigen Abschreibefrist von Bauwerken!
 

Haftung/Haftpflicht-Versicherung

Jeder Betreiber einer Wasserversorgungs- oder Abwasserbeseitigungsanlage hat das Risiko, dass im Störfall Schäden bei Anderen auftreten können:
Straßenunterspülungen, Schäden an Gebäuden und Grundstücken, Schäden an Tieren und Pflanzen insbesondere bei Gewässern, Verkehrsunfälle,... können für die einzelnen Mitglieder hohe Kosten verursachen.
Deshalb hat ein Großteil der Wassergenossenschaften eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Für Wasserversorger und Abwassergenossenschaften konnte durch OÖ WASSER eine bedarfsgerechte und kostengünstige Versicherung gefunden werden. Je nach Größe der Wassergenossenschaft gibt es bereits ab 25 Euro (Abwasser) bzw. ab 37 Euro (Wasserversorgung) jährlich einen geeigneten Versicherungsschutz.
 
Wir empfehlen über eine Haftpflichtversicherung in der Mitgliederversammlung zu diskutieren. Gerne stellen wir Unterlagen zu den Haftpflichtversicherungen zur Verfügung.

Beschäftigung/Sozialrechtliche Verpflichtungen

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo gearbeitet wird, kann auch ein Unfall passieren.
Wenn Mitglieder für die Wassergenossenschaft arbeiten, besteht immer das Risiko eines Unfalles. Arbeiten mit schweren Maschinen, feuchte, glitschige Leitern, große Höhen und Böschungen,... Zusätzlich werden hier oft von Personen Arbeiten geleistet, zu der keine/zuwenig Erfahrung vorhanden ist und dies das Unfallrisiko erhöht.
Damit man sich nicht ein Leben lang Vorwürfe wegen Unfall- oder Todesfolgen machen muss, sind einerseits die Auflagen zur Unfallvermeidung (Arbeitnehmerschutz) insbesondere bei der Schutzausrüstung, und andererseits die sozialversicherungsrechtlichen Meldeverpflichtungen zu berücksichtigen.
Nur eine Anmeldung als z.B. Geringfügigen Beschäftigten oder der Abschluss einer privaten Unfallversicherung gewährleistet auch, dass im Falle eines Unfalles auch die Kosten für die ärztliche Behandlung, Rehabilitation bzw. Begräbniskosten sowie Weisen- oder Invaliditätsrenten von einer Versicherung bezahlt werden und nicht durch die Mitglieder der Wassergenossenschaft (neben den Vorwürfen und Schuldgefühlen gegenüber den Opfern und Hinterbliebenden) bezahlt werden müssen.
 
Leider gibt es keine Möglichkeit eine Pauschalversicherung über OÖ WASSER abzuschließen, da es sich um sehr individuelle Angelegenheiten handelt, abhängig vom bestehenden Beschäftigungsverhältnis des Angemeldeten. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer bzw. bei der OÖ Gebietskrankenkasse über die Abwicklung.
 
Achtung:
Eine Meldung im Nachhinein, wie früher möglich, ist seit einigen Jahren nicht mehr zulässig. Jedoch wurde das Meldeverfahren stark erleichtert und genügt vor Arbeitsantriitt ein Anruf, Fax, email oder SMS zur Meldung der wichtigsten Personendaten.
 
Tipp:
Verzichten Sie bei geförderten Bauvorhaben NICHT auf eine Entschädigung für die Arbeiten durch die Mitglieder (Robot). Die angefallenen Kosten werden auch in die Gesamtrechnung einbezogen. Ein Verzicht auf Verrechnung könnte sogar eine Verringerung der Förderhöhe durch Verringerung der Baukosten zur Folge haben. Eine Entschädigung für geleistete Robotstunden ist auch eher ein Anreiz mitzuhelfen. Jedoch dürfen Geringfügig Beschäftigte nur bis zu einer bestimmten Höhe dazuverdienen (2009: 357,74 Euro). 
Weitere Infos unter: www.ooegkk.at (Oö. Gebietskrankenkasse)
 


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