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OÖ WASSER Nachrichten

 

01.07.09 00:00

Die Schule ruft an!

Das Telefon läutet, am anderen Ende der Direktor der örtlichen Volksschule: „Guten Morgen, du bist doch der Obmann von unserer Wassergenossenschaft, oder?“ „Es hat was mit dem Wasser!“, schießt mir blitzschnell durch den Kopf. Eine ganze Reihe von Störungsmöglichkeiten laufen vor dem geistigen Auge ab. Kinder, ein ganz sensibler Bereich. Aus dem Unterbewusstsein werden bereits Maßnahmenpläne abgerufen, während ich routinemäßig sage: „Grüß dich! Was kann ich für dich tun?“

 


Der Anrufer: „Du, wir haben da im Projektunterricht über das Wasser geredet und nun möchten unsere Schüler wissen wo unser Trinkwasser herkommt. Kannst du da etwas für uns machen?“ Überrascht, aber erleichtert, dass kein Störungsfall vorliegt: „Natürlich können wir da was tun. Was stellst du dir denn vor?“ „Ja so eine kleine Exkursion wäre schon eine tolle Sache.“ „Da sollte aber das Wetter schön sein?“ „Na ja, aus Zucker sind unsere Kinder ja auch wieder nicht.“ So geht es eine Weile hin und her, am Ende steht ein kurzfristiger Termin am übernächsten Tag fest und ich lege den Hörer auf.


Was nun? Ich überlege mir, was man Volksschülern da zeigen kann, was man ihnen erzählen kann und soll. Kinder! Da kann ja auch einiges passieren, das kann ich alleine nicht machen. Mein Obmannstellvertreter und der Wasserwart werden informiert und sind, Gott sei Dank, nicht nur bereit zu helfen, sondern mit Feuer und Flamme dabei. Irgendwie müssen wir die Kinder zu unseren Anlagen bringen. Die Entfernungen sind für einen Fußmarsch zu weit. Wer kann das? Unser Obmannstellvertreter fährt aushilfsweise hin und wieder mit dem Schulbus. Er redet mit dem Inhaber, ja das geht, man macht uns sogar einen Sonderpreis.


Vom Grundbesitzer, der Österreichischen Bundesforste AG, ist für die Befahrung der Forststraße eine Genehmigung einzuholen. Als die Verantwortlichen hören worum es geht, wird die Zustimmung anstandslos erteilt.


Nun kann’s losgehen – nein, halt! Irgendwas müssen wir den Mädchen und Buben ja auch in die Hand geben? Flugs auf die Homepage von OÖ Wasser. Ja, da gibt’s Baumwolltaschen, das wäre was. Und da sind auch noch spezielle Trinkbecher für Kinder. Kostet fast nix. Schnell eine Bestellung eingegeben. Da fällt mir ein, dass ich bei OÖ Wasser einmal einen Folder extra für Kinder gesehen habe. Anruf in der Geschäftsstelle: „Ja haben wir, wie viel brauchst du?“ Sehr gut, aber wie bekommen wir Taschen, Becher und Folder rechtzeitig her? Die Zeit drängt. Der Obmann der Nachbargenossenschaft ist in Linz bei einem OÖ WASSERSeminar – am Abend des gleichen Tages sind die Sachen bei mir.


Am nächsten Morgen um 8 Uhr trete ich vor die zweite Klasse. Nach der Begrüßung frage ich, ob denn heute alle schon mit Wasser in Berührung gekommen wären? Einige Kinder zeigen nicht auf und ich frage weiter, ob sie sich den die Zähne nicht geputzt und sich nicht gewaschen hätten? Alle lachen. An das haben sie nicht gedacht. Ja natürlich dazu braucht man ja auch Wasser. Ich zeichne den Kindern den Wasserkreislauf auf die Tafel und wir erarbeiten uns gemeinsam die vielfältigen Nutzungen von Wasser und dessen Bedeutung für uns Menschen. Zur Kenntnis nehmen muss ich, dass Volksschüler mit Mengendimensionen wie Liter und Kubikmeter sowie mit Prozentangeben noch nicht viel anfangen können. Ich verlege mich darauf, mit Vergleichen zu erklären. Zum Beispiel, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens den Inhalt des Klassenzimmers an Wasser trinkt. Meine Zeichenkünste halten sich in Grenzen, aber ich versuche die verschiedenen Arten der Wassergewinnung, Quellen und Brunnen, so gut wie möglich illustriert an die Tafel zu bringen.


Nach einer halben Stunde stehen die Busse bereit und wir fahren ins Quellgebiet. Dort warten schon meine Kollegen von der Wassergenossenschaft und schnell sind drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe durchstreift mit dem Wasserwart das engere Schutzgebiet und bekommt den Zweck von Wasserschon- und –schutzgebieten erklärt. Es wird darüber geredet, was in einem Schutzgebiet alles verboten ist und auf die wichtige Schutzfunktion des Waldes und des Waldbodens als Filter und Speicher wird besonders eingegangen. Die zweite Gruppe darf in den Quellfassungsschacht einsteigen und kann sehen, wie unser Trinkwasser direkt aus dem Berg kommt und ohne weitere Behandlung, naturbelassen, in das Versorgungsnetz eingeleitet wird.


Der dritten Gruppe versuche ich das Wesen der genossenschaftlichen Selbstverwaltung nahe zu bringen. Erstaunt sind die Kinder darüber, dass ihre Eltern oder Großeltern als Mitglied der Wassergenossenschaft auch Mitbesitzer der Anlagen sind. Dass die Mitglieder der Genossenschaften selber für ihre Wasserversorgung verantwortlich sind, ist auch den begleitenden Lehrkräften nicht bewusst.


Nach einer Stunde haben alle SchülerInnen die drei Stationen absolviert und wir fahren zum Hochbehälter. Die Kinder dürfen dort in kleinen Gruppen die Wasserkammern besichtigen. Die Funktion der Speicherung und was weiter noch alles notwendig ist, damit das Wasser zu Hause aus dem Wasserhahn fließt, wird mit den Schülern eingehend diskutiert. Neugierig nehmen die Kinder unsere Erklärungen auf, was alles im Wasser drinnen ist, was drinnen sein soll und was auf keinen Fall drinnen sein darf. Es gibt viele Fragen zu beantworten. Und manche Fragen, sichtlich von einschlägigen Fernsehsendungen wie „Galileo“ oder „Welt der Wunder“ beeinflusst, bedürfen einiges an Nachdenken, um sie befriedigend und verständlich zu beantworten.


Nach einer kleinen Jause, mit Taschen und Bechern versehen, verabschieden sich die beiden zweiten Klassen mit ihren Lehrern und fahren mit den Bussen zur Schule zurück.
SchülerInnen und Lehrer nehmen die Erkenntnis mit, dass es nicht selbstverständlich ist, dass unser Trinkwasser sauber und in ausreichender Menge aus dem Wasserhahn fließt. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel – wir müssen uns drauf schauen!


Zwei Tage später. Ein Lehrer am Telefon: „Wir haben erfahren, dass ……. Meine Schüler möchten auch?“


Also alles nochmals von vorne ……. . An insgesamt drei Terminen konnten wir fast 90 Mädchen und Buben zeigen, WO UNSER WASSER HERKOMMT.


Trotz einiger Mühe, das Interesse und die Neugier unserer Kinder zu befriedigen, ihnen unser Wasser näher zu bringen, war es für mich und meine Mitarbeiter ein schönes Gefühl. Gerade die vielfältigen, für Erwachsene oft überraschenden, Fragen auch eine besondere Herausforderung.


Vielleicht wird das eine oder andere Mädchen, der eine oder andere Bub später einmal in der Genossenschaft mitarbeiten. Aber auch, wenn wir nur das Bewusstsein für unser Wasser geweckt haben, hat sich der Aufwand schon gelohnt. In diesem Sinne verbleibe ich


mit genossenschaftlichen Grüßen,
Werner Sams
Obmann OÖ Wasser

 


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Wenn ja, welche Give-aways (Werbemittel) und in welcher Menge würden Sie interessieren?

Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an ooewasser@ooe.gv.at . Sie helfen uns bei der Koordinierung von Bestellungen für Werbematerial.

 

 

 

 

Einzelpreis

Wasserglas "Trink Wasser von deiner Wassergenossenschaft" ab € 1,00
Kapperl mit OÖ WASSER Logo ab € 5,00
Broschüre ab € 0,00
Aufkleber ab € 0,40
Trinkflasche ab € 2,00
Stofftaschen ab € 0,90
Trinkbecher aus Kunststoff ab € 0,80
Artikel aus der Ischler Woche v. 1.7.09[606 kB]

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