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OÖ WASSER Nachrichten

 

17.03.09 00:00

 

„Wasserversorgungskonzept“ ist der Titel und das Leitthema unserer diesjährigen OÖ WASSERstammtische. Als Referenten dafür konnten wir vom Land OÖ. Mitarbeiter der Abteilung Grund- und Trinkwasserwirtschaft gewinnen. Um was geht es und was haben wir Wassergenossenschaften (WGen) damit zu tun?
 
22% der oö Trinkwasserversorgung erfüllen große Wasserversorgungsunternehmen wie Linz AG, E-Werke Wels, Energie Ried, usw. in den Ballungszentren.
Ebenso 22% der Bevölkerung ist auf die Nutzung von Hausbrunnen und –quellen angewiesen. Sehr groß und sehr klein, wirken in völlig unterschiedlichen Bereichen und unterliegen  unterschiedlichen Anforderungen.
Dazwischen liegen mit dem größten Versorgungsanteil von 42% die Gemeindewasserversorgungsanlagen und mit 14% die WGen. Damit erhält zusammen doch deutlich mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung sein Trinkwasser aus „kommunalen“ Anlagen. Das Spektrum spannt sich von kleinsten WGen mit 3 versorgten Liegenschaften bis zu Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern. Dies stellt eine große Herausforderung dar.
 
Die politisch Verantwortlichen haben daher ihr Bekenntnis zur Aufrechterhaltung, zur Unterstützung und zur Weiterentwicklung der gegebenen Organisationsformen dieses wichtigen Bereiches der Daseinsvorsorge in der vom Landtag beschlossenen OÖ Landesstrategie „Zukunft Trinkwasser“ manifestiert.
 
Die Wasserversorgung unterliegt durch Umwelteinflüsse und gehäuft auftretende  Extremereignisse infolge des Klimawandels wie Trockenheit, Sturm, Hochwasser, Starkniederschläge usw. steigenden Risiken. Gleichzeitig lässt aber unsere heutige „zivilisierte“ Lebensform keinen längeren Ausfall der Wasserversorgung mehr zu. Es besteht ein steigendes Bedürfnis nach Erhöhung der Versorgungssicherheit, nach Risikominderung und Krisenvorsorge.
Dies kann und wird durch Erstellung eines Wasserversorgungskonzeptes als generelle Planungsgrundlage für das gesamte Gemeindegebiet erreicht werden.
Entscheidend für den Erfolg ist dabei die frühzeitige Einbeziehung und Mitbeteiligung aller bestehenden Versorger mit klarer Festlegung der Versorgungsbereiche.
Der Begriff „kommunaler Wasserversorgung“ wird heute oftmals auf die Versorgung durch die Gemeinde(verwaltung) eingeschränkt. In vielen Gemeinden erfolgt die Versorgung aber alleine durch Wassergenossenschaften, noch öfter agieren Gemeindebetrieb und Genossenschaften nebeneinander. Das heißt aber auch, dass die Genossenschaften Teil der „kommunalen Wasserversorgung“ sind, sich als ein solcher Teil verstehen und in ein Gemeindewasserversorgungskonzept aktiv einbezogen werden müssen, aber sich auch einbeziehen lassen müssen.
 
Nur ein gemeinsames Konzept
  • mit klaren Verantwortlichkeiten,
  • mit abgestimmten Versorgungsbereichen,
  • mit Notwasserverbindungen,
  • mit Zugriff auf zweite von einander unabhängige Wasserspender, welche allenfalls gemeinsam genutzt werden können,
  • mit abgestimmten Notfallplänen usw.
wird die gewünschten Sicherheiten bringen.
 
Neben der Vorsorge für Krisenfälle ergibt ein gemeinsames Konzept auch die Sicherheit für die getätigten und zukünftigen Investitionen im jeweiligen Versorgungsbereich und damit einen ebenfalls notwendigen sparsamen Umgang mit den aufzubringenden finanziellen Ressourcen.
Technische Netzverbindungen sind in vielen Bereichen bereits Realität. Wir sollten aber auch Informationsnetzwerke mit kontinuierlichem Erfahrungsaustausch vorantreiben. Teilweise gibt es solche Gruppen schon. Aber häufig bleiben dann die Wassermeister der Gemeinden unter sich und die Obmänner und Wasserwarte treffen sich mit Kollegen anderer WGen. Alle haben wir aber die gleichen Probleme. Alle sind wir für die Trinkwasserversorgung unserer Gemeindebevölkerung verantwortlich. Warum sollten wir uns also nicht auch auf kommunaler Ebene, für die wir zuständig sind, unabhängig von der Organisationsform austauschen und vernetzen?
 
Solche Kontakte benötigen keine besondere Organisationsform, da braucht kein „Verein“ oder sonst was gegründet werden! Es bedarf wahrscheinlich einfach eines Anstoßes, es muss einer die Initiative ergreifen. Wichtig ist, dass alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen, dass Vertrauen und Transparenz aufgebaut wird, dass man sich aufeinander in Notfällen verlassen kann. Auf einer solchen Basis kann dann auch ein kommunales Wasserversorgungskonzept zum Nutzen aller gedeihen.
Dort, wo es solche Erfahrungsaustauschgruppen bereits bestehen: „Bitte weiter machen“, dort wo noch eine grüne Wiese besteht, könnte ja jemand einmal die Initiative ergreifen.
Einfach einmal als Denkanstoss!
Ich würde mich jedenfalls über eine Rückmeldung ( ooewasser.obm@aon.at ), wo solche lokale Netzwerke bestehen oder aufgebaut werden freuen und verbleibe
mit genossenschaftlichen Grüßen
 
Werner Sams
Obmann OÖ WASSER


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