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OÖ WASSER Nachrichten

 

16.10.08 00:00

OÖnachrichtenObmann und Geschäftsführer des Ugandischen Dachverbandes, Geschäftsführer OÖ WASSER

"Sauberes Wasser für Uganda

Stellen Sie sich vor, Sie hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Toiletten. Sie wären bald von Durchfallerkrankungen bedroht, die sehr ernst werden können. In Uganda haben 37 Prozent der Menschen kein sauberes Wasser. Nur rund die Hälfte der Bevölkerung kann sanitäre Anlagen benutzen. Leidtragende dieses Zustandes sind vor allem Frauen und Kinder.

Die ugandische Regierung will bis 2015 rund 77 Prozent der Landbevölkerung und alle in Städten lebenden Menschen aus dieser Misere befreien. Ihre Bemühungen stützen sich auf Hilfe aus Österreich. Es sind finanzielle Mittel, vor allem aber auch Know-how aus Österreich, die in das „South Western Towns and Sanitation Project“ fließen.

„Das Projekt hat eine mittlerweile 12-jährige Geschichte“, sagt Hans Schattauer von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. „Es werden Wasserquellen gefasst und das überprüfte Wasser wird in den Dörfern und Städten verteilt. Die Verteilung erfolgt dezentral, weil die Wasserverantwortlichen in der Nähe der Abnehmer sein sollen.“ Eine Dachorganisation namens „Umbrella“ überwacht die Sauberkeit. Vorbild war die Dachorganisation „OÖ. Wasser“ hierzulande.

An die Menschen in den Dörfern wird das saubere Wasser dann gegen eine geringe Gebühr für den Systemerhalt abgegeben. „Es gibt neun öffentliche Wasserstellen hier in Kabwohe“, erzählt der lokale Wasserverantwortliche Elioda Mbwizi Bagombeka. „Ein eigener Wasseranschluss ist für viele Menschen zu teuer“, ergänzt er.

Bedroht sind die Trinkwasserreserven aber durch die fehlenden sanitären Anlagen. Da Wasserklosetts nur Wasser verschmutzen würden, führt das Projekt Trockentoiletten ein. „Viel Überzeugungsarbeit ist notwendig, da alles, was mit menschlichen Ausscheidungen zu tun hat, in Afrika tabuisiert wird“, berichtet Schattauer, der vor Ort gearbeitet hat. Die Exkremente können aber gut als Dünger gebraucht werden. „Es hat sich viel verändert“, resümiert der Wasserverantwortliche Bagombeka. „Durch die Wasserversorgungsanlage hat jetzt fast jeder in Kabwohe sauberes Trinkwasser.“



OÖnachrichten vom 10.10.2008

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