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OÖ WASSER Nachrichten

 

28.11.07 00:00

Setzt man zwei Wasserbecher unter Hochspannung, bildet sich zwischen ihnen eine schwebende Wasserbrücke. Wissenschaftlicher der TU Graz fanden heraus, dass das Wasser dann neue Eigenschaften aufweist.

 

Das Team um Projektleiter Elmar Fuchs vom TU-Institut für Physikalische und Theoretische Chemie setzte mehrfach destilliertes Wasser in zwei Behältern unter Hochspannung und entfernte diese langsam voneinander. Das Wasser bildete eine Brücke. "Es entsteht zunächst ein Funke, dann ’kriecht’ die Flüssigkeit den Becher entlang nach oben und bildet eine Wasserbrücke zwischen den Gefäßen", so Fuchs.

 

Bei einer elektrischen Spannung von rund 25.000 Volt überwand das kühle Nass entgegen den Erwartungen der Forscher eine Distanz von bis zu 25 Millimetern. "Die hohe Dichte elektrischer Feldlinien hält die Brücke offenbar zusammen", meint der Experte. Die Brücke verhalte sich dabei wie ein "Schwebender Wasserzylinder, der auftreffendes Licht auf völlig unerwartete Weise bricht".

 

Flussrichtung wechsel immer wieder

"Wir nehmen an, dass die Wassermoleküle als Sammellinsen angeordnet durch die Brücke wandern - was wiederum Hinweise auf eine innere Struktur füssigen Wassers bedeuten könnte", berichtet Fuchs. So konnten die Experten z.B. mittels Thermokamera beobachten, dass sich die Brücke beim Wassertransport erwärmt: "Der heißeste Bereich bestimmt die Flussrichtung, die allerdings immer wieder wechselt", sagt der Projektleiter. Weiters seien Dichteunterschiede in einer Höhe gemessen worden, die "wir bisher in flüssigem Wasser nicht für möglich gehalten haben".

 

Der Versuch mit den beiden Wasserbechern unter Hochspannung sei zwar bekannt gewesen, "aber nur wenig verbreitet, und noch nie wurde das Phänomen in der Wissenschaft näher untersucht", so Fuchs, der die Beobachtungen zusammen mit seinen Kollegen Karl Gatterer und Jakob Woisetschläger gemacht hatte.

 

 

http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/Wasserbruecke/index.htm

 

http://www.presse.tugraz.at/pressemitteilungen/2007/07.11.2007.htm

 



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