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Zukunft Trinkwasser

"Wasser ist Lebensmittel Nr. 1, das durch nichts ersetzt werden kann. Die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem Trinkwasser ist für Leben und Gesundheit unabdingbar. Wasser bildet die Lebensgrundlage für Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus." (aus der Präambel des Strategiepapiers "Zukunft Trinkwasser")

 

Die OÖ Landesregierung hat in der Regierungssitzung vom 2.5.2005 der neuen Landesstrategie "Zukunft Trinkwasser" zugestimmt und diesen Leitfaden für den künftigen Umgang mit unseren Wasserreserven an den Landtag weitergeleitet. Dieser hat am 7.7.2005 den einstimmigen Beschluss gefasst, die Strategie "Zukunft Trinkwasser" zu verfolgen.

>> Zum Strategiepapier "Zukunft Trinkwasser"

W_Landesstrat_Zukunft_Trinkwasser.pdf [4936 KB] 


Dem Strategiepapier ist im letzten Jahr ein intensiver Abstimmungs- und Informationsprozess vorausgegangen, in dem Fachleute aus Wasserwirtschaft und Wasserrecht sowie von Interessensvertretungen gemeinsam mit Landtagsabgeordneten aller Parteien die neuen strategischen Leitlinien des Landes im Konsens erarbeiteten. Dieser Prozess fand im Rahmen einer "Infoplattform" unter der Leitung von Wasserlandesrat Rudi Anschober statt. Das Ergebnis dieses Prozesses wurde im Landtag nochmals diskutiert,  präzisiert und beschlossen.

Die Strategie beinhaltet nun die Position des Landes OÖ zu den wichtigsten Zukunftsfragen in Zusammenhang mit unserem Trinkwasser. Nach Beschlussfassung durch den Landtag sollen Maßnahmenpakete abgeleitet werden.


Die größte Herausforderung war dabei für Anschober die bestehende oberösterreichische Situation bestmöglich in den gesamteuropäischen Rahmen zu integrieren, so dass die hohe Qualität und Quantität unserer Trinkwasserreserven erhalten bleibt und bestmöglich von der Bevölkerung genutzt werden kann. "Die Trinkwasserversorgung als wesentliches Element der Daseinsvorsorge und Zukunftssicherung darf nicht zur ’Handelsware’ degradiert werden", betont Landesrat Anschober.


Die Grundlinien der neuen Landesstrategie

  • Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist als Angelegenheit der Daseinsvorsorge auch in Zukunft Aufgabe und Kernkompetenz der Gemeinden.
  • Das Land OÖ unterstützt und stärkt aktiv die Gemeinden, Genossenschaften und Verbände zum langfristigen Erhalt ihrer Selbstverantwortung, ihrer freien Entscheidungsmöglichkeit und dauerhaften Einflussmöglichkeit sowie ihrer Steuerungsmöglichkeiten im Bereich der Trinkwasserversorgung.
  • In wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht wird die Trinkwasserversorgung vom Grundsatz der Gemeinnützigkeit getragen, Kosteneffizienz und Kostendeckung werden angestrebt.
  • Der derzeit bestehende hohe qualitative und quantitative Standard der öffentlichen Wasserversorgung in Oberösterreich ist nachhaltig zu sichern.
  • Auch in Katastrophen-, Krisen- und Notfällen ist eine Trinkwasserversorgung im notwendigen Ausmaß sicherzustellen.
  • Genusstaugliches Trinkwasser ist das zentrale Landesinteresse.
  • Flächendeckender Grundwasserschutz zur vorsorglichen Sicherung der Grundwasserqualität sowie der besondere Schutz von Trinkwasserversorgungsanlagen durch Schutz- und Schongebiete sowie wasserwirtschaftliche Rahmenverfügungen werden aktiv betrieben.
  • Eine Liberalisierung des Wassersektors wird abgelehnt. Durch die Landesstrategie "Zukunft Trinkwasser" wird den unerwünschten Wirkungen einer Liberalisierung auf die bestehenden Eigentumsverhältnisse, Verteilstrukturen und Organisationsformen entgegengewirkt.
  • Das Land OÖ setzt sich für eine Beibehaltung der bestehenden wasserbezogenen Eigentumsordnung ein, welche eine Bindung des Eigentums an Grund- und Quellwasser an das Eigentum an Grund und Boden vorsieht, und lehnt einen freien Handel mit Wasserentnahmerechten ab.

"Nach diesem erstmaligen Arbeitsprozess in Oberösterreich ist mir besonders wichtig, dass im Land alle an einem Strang ziehen. Wir sind in Oberösterreich in der glücklichen Lage, dass wir über qualitativ hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge verfügen. Es haben sich effiziente Strukturen - wie etwa die Wassergenossenschaften - in OÖ etabliert, um die uns andere Länder beneiden. Diese wollen wir erhalten und stärken, damit es zu keiner Liberalisierung des Wassersektors kommen kann", betont Landesrat Anschober.

Der bisher eingeschlagene erfolgreiche Weg solle weiter fortgeführt bzw. ausgebaut werden, so Landesrat Anschober weiter - insbesondere die Maßnahmen betreffend Grundwasserschutz und Hausbrunnen.
Beispiele:

Grundwasserschutz

Durch das oö. Regionalprojekt für den vorbeigenden Gewässeschutz (Grundwasser2000neu) werden zielgerichtete grundwasserschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen in den flächenhaft nitratbelasteten Grundwassergebieten seit 2000 freiwillig umgesetzt.
Die teilnehmenden Betriebe erhalten Prämien und intensive Beratung (Oö. Wasserschutzberatung).
Deutliche Erfolge sind anhand der regelmäßigen Grundwasseruntersuchungsprogramme ablesbar. Vielerorts ist der Nitratgehalt im Grundwasser zum Teil deutlich gesunken bzw. konnte zumindest eine Trendumkehr erreicht werden.
 

Hausbrunnen

Das Themenfeld Hausbrunnen (Einzelwasserversorgung) wird in der Strategie ebenfalls ausführlich behandelt. Einzelwasserversorgungen haben in OÖ eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung: Rund 90.000 Brunnen versorgen ca. 300.000 Menschen, das sind immerhin 22% der oö. Bevölkerung und der höchste Prozentsatz in ganz Österreich.
"Unsere Informationsoffensive und verstärkte Beratung sollen dazu beitragen, die bauliche Qualität der Brunnen zu heben. Durch fachkundiges Personal (OÖ Wasser) sollen nicht nur Wasserproben besorgter BürgerInnnen analysiert werden, sondern durch die Beratung werden Lösungswege aufgezeigt und mit Unterstützung des Landes vorangetrieben.", so der Landesrat abschließend.

Interessierte können gerne weitere Informationen unterder E-Mail-Adresse  ZukunftTrinkwasser@ooe.gv.at anfordern.

 


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